Rituale

Heute Nacht enden die Rauhnächte und damit auch die intensive Auseinandersetzung mit dem Jahresübergang. Silvester ist vorbei und der Alltag hat die meisten von uns schon wieder fest im Griff. Ich freue mich jedes Jahr auf die Weihnachtszeit und die Rauhnächte, weil ich sie als etwas Besonderes empfinde. Eine Zeit in der ich mich sehr gerne von all dem Trubel der Welt zurück ziehe, um zur Ruhe zu kommen, mich zu besinnen auf das was war und das was kommen wird. Jedes Jahr kehrt diese Zeit wieder. Es ist eine Art Ritual das sich jedes Jahr wiederholt. Genauso wie das Weihnachtsfest.

Wer hat nicht diese Erinnerungen an die Kindheit, Tannenduft, Geheimnisse hinter verschlossenen Türen, gemeinsame Unternehmungen und am Abend dann die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum? Bei mir lief Weihnachten immer im gleichen Schema ab und wir Kinder haben das geliebt.

Bei meiner Arbeit mit Kindern haben sich Rituale als etwas sehr positives bewährt und dies bestätigt ja auch meine Erinnerung an meine eigene Kindheit. Zu-Bett-Geh-Rituale, wenn unsere Mutter sich noch einmal Zeit genommen hat, den Tag mit uns zu beschließen.

Kinder brauchen Rituale, solche Gewohnheiten die den Tag verlässlich machen, Abläufe die Vertrauen vermitteln und Sicherheit bieten. Das ist etwas worauf man sich verlassen kann, eine sichere Burg die Halt bietet. In einem solchen geregelten und geschützten Rahmen entwickeln sich Kinder leichter. Wenn ihre Umgebung zuverlässig ist, können sie gefahrlos Neues entdecken und ausprobieren, um dann wieder in den sicheren Hafen vertrauter Dinge zurück zu kehren und neu Gelerntes zu verarbeiten.

Doch birgt diese Sicherheit nicht auch eine Gefahr? Kennst Du Situationen in denen Du Dich selbst völlig vergessen hast, weil die Abläufe Dir in Fleisch und Blut übergegangen sind? Hast Du schon mal erlebt das Du zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit, dem Weg den du schon wer-weiß-wie-viele-Male zurück gelegt hast, in Gedanken völlig abgetaucht bist? Irgendwann „erwachst“ Du dann und stellst verwundert fest, dass Du einen Teil der Strecke „verpasst“ hast, weil Du ihn schon automatisch zurücklegst.

Automatisch….Rituale können sich automatisieren. Und das halte ich für bedenklich. Wenn Du sozusagen Dein Gehirn ausschaltest und nur noch funktionierst, den inneren Autopiloten anwirfst und nicht mehr bewusst handelst.

Ich glaube dieser Gefahr unterliegen nur Erwachsene. Kinder sind so herrlich flexibel. Aber mit dem Erwachsenwerden, lernen wir scheinbar mit Autopilot zu leben. So kannst Du im schlimmsten Fall, Jahre Deines Lebens „verschlafen“.

Vielleicht ist da die leise Herzensstimme die Dich ab und zu ruft, um Dich zu bitten, die Richtung oder das Tempo zu ändern. Und dann schaltet sich der Verstand ein der weiß, dass Du mit gewohnten Dingen schon seit Jahren so wunderbar gut klar kommst.

So lebst Du dann im Alltagstrott und vergisst wer Du bist, wer Du sein willst und wo Du eigentlich hin wolltest. So vergehen unter Umständen Jahre Deines Lebens.

Solche Lebensautobahnen zu verlassen ist wirklich nicht leicht, vor allem je länger Du darauf unterwegs warst. Zumindest gaukelt der Verstand Dir das vor.  Aber es geht, es ist möglich und die Angst davor etwas anders zu machen und davor was wäre wenn….ist oft wesentlich größer als nötig. Wenn Du den ersten Schritt wagst spürst Du wie leicht es ist, die Richtung zu ändern und wie viel Freude es macht!

Ich möchte Rituale nicht als etwas schlechtes darstellen, vor allem nicht für Kinder innerhalb ihrer Familie. Doch im weiteren Leben können sie sich als Behinderung entpuppen und das wäre wirklich schade. Hier gilt wohl die Devise: Rituale ja – aber in Maßen.

Probiere doch einfach Mal aus was geschieht wenn Du eine Deiner Autobahnen verlässt und die Dinge mal anders angehst als gewohnt. Gib doch mal Deinen Kollegen die Du morgens nur mit einem müden Lächeln begrüßt die Hand, probiere mal in deinem Lieblingsrestaurant ein neues Gericht oder halte auf dem Nachhauseweg nach Feierabend an Deiner Lieblingsstelle an und genieße den Moment und die Umgebung. Ich glaube das was Du fühlst wenn Du Deinem Leben eine andere Richtung, mal etwas anderes, vielleicht sogar etwas verrücktes gönnst, kann eine sehr große Bereicherung für Dein Lebensgefühl darstellen. Probiere es doch einfach mal aus und lasse Dich überraschen!

 

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